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Dr. Maria-Dorothea Heidler

Diplom-Sprechwissenschaftlerin &

Fachtherapeutin für Kognitives Training

 


Postanschrift:

Dr. Maria-Dorothea Heidler

Brandenburg Klinik

Neurologisches Rehabilitationszentrum (NRZ-N1)

Johann-Strauß-Str. 4

16321 Bernau-Waldsiedlung

Email:heidler@brandenburgklinik.de

 

 


Vita

 

1991-1996: Studium der Sprechwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin (Institut für Rehabilitationswissenschaften)

seit 1996: Tätig als akademische Sprachtherapeutin in der neurologischen Abteilung der Brandenburg Klinik (Bernau-Waldsiedlung)

2004: Ausbildung zur "Fachtherapeutin für Kognitives Training" an der Akademie für Kognitives Training nach Dr. med. Franziska Stengel in Stuttgart

2005: Promotion zum Thema "Kognitive Dysphasien" an der Humboldt-Universität zu Berlin

2008: Gründungsmitglied der Communication Academy Berlin www.communication-academy.org

2012-2017: Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Rehabilitationswissenschaften an der Universität Potsdam

 

 

Heidler, M.-D. (2013): Spracherwerb: Die Bedeutung der frühen Mutter-Kind-Interaktion. Logos, 21, 36-42

 

Zusammenfassung: Spracherwerbsprozesse stehen in enger Wechselbeziehung zur Gesamtentwicklung eines Kindes. Für den Erwerb einer adäquaten kommunikativen Kompetenz ist dabei vor allem eine auf gegenseitige Anpassung ausgerichtete Mutter-Kind-Interaktion erforderlich, wobei trotz

Wechselseitigkeit die Hauptlast der Anpassung zunächst aufseiten der Mutter liegt. Durch Motherese, Äußerungs- und Bedeutungsfeedbacks, objektbezogene Kommunikation sowie responsives Verhalten vermittelt die Mutter dem Kind sowohl Welt- als auch Sprachwissen. Ein auf das aktuelle kognitive Niveau des Kindes abgestimmte sprachliche und gegenstandsbezogene Interaktion erleichtert Spracherwerbsprozesse und fördert parallel andere Entwicklungsbereiche. Eine gestörte Mutter-Kind-Interaktion kann nicht nur psychische und somatische Störungen beim Kind hervorrufen, sondern behindert maßgeblich die Ausbildung einer adäquaten sozialen und kommunikativen Kompetenz. In diesem Beitrag wird aufgezeigt, auf welche Entwicklungsbereiche des Kindes die Mutter besonderen Einfluss hat, wie sie die Entwicklung ihres Kindes unterstützen kann, welche Bedeutung einzelne Entwicklungsbereiche für die kommunikative Kompetenz des Kindes haben und wie Mutter und Kind dabei interagieren. Bezugspunkt ist dabei das Säuglings- und Kleinkindalter von 0;1 bis 3;0 Jahren.

Abstract: Language acquisition processes are closely interrelated with child development as a whole. The acquisition of an adequate communicative competence requires a mutual adaption within mother-child-interaction. However, despite reciprocal processes, it is mainly the mother who initially has to adapt. By motherese, feedbacks on form and meaning of utterances, object-oriented communication and responsive behaviour the mother provides the child with linguistic as well as general knowledge. A verbal and object-oriented interaction which is aligned to the child’s current cognitive level facilitates language acquisition and simultaneously supports the development within other domains. A pathological mother-child-interaction may not only result in mental and somatical dysfunctions, but also severely interferes with the development of appropriate social and communicative skills. This article presents developmental domains in children that particularly can be influenced by their mothers, how they can support their children’s development, the importance of specific developmental domains for children’s communicative skills and how mother and child thereby interact during infancy and toddlerhood from 0;1 to 3;0 years.

 


Heidler, M.-D. (2013): Poltern – ein exekutives Problem? Forschung Sprache, 1, DOI: 10.2443/skv-s-2013-57020130102

 

Zusammenfassung: Poltern wird vor allem als Redeflussstörung konzeptualisiert mit überstürzter und unregelmäßiger Sprechweise sowie eingeschränkter Verständlichkeit. Dass es sich jedoch um keine reine Redeflussstörung handeln kann, wird klar, wenn man das Spektrum der Kernsymptome betrachtet, zu denen neben einer überhasteten Sprechgeschwindigkeit auch desorganisiertes Verhalten, Aufmerksamkeitsdefizite, eine beeinträchtigte Selbstwahrnehmung und diskurspragmatische Störungen gehören. Dieses Spektrum an beeinträchtigten kognitiven und sozialen Exekutivfunktionen lässt vermuten, dass es sich beim Poltern um Symptome eines dysexekutiven Syndroms handeln könnte – möglicherweise als Folge einer fronto-striatalen Dysregulation. Dies verändert den sprachtherapeutischen Blickwinkel auf das Poltern, bei dem die Redeflussstörung dann nur ein Symptom unter vielen ist und erweitert gleichzeitig das Spektrum diagnostischer und therapeutischer Möglichkeiten, da für dysexekutive Syndrome zahlreiche neuropsychologische Konzepte zur Verfügung stehen.
Abstract: Cluttering is principally conceptualised as a fluency disorder with precipitous and inconstant mode of speaking and reduced intelligibility. But it cannot be a pure fluency disorder considering core symptoms such as disorganized behavior, attentiveness disorder, impaired self-awareness and discourse pragmatic deficits. This wide range of impaired cognitive and social executive functions suggests the assumption, that cluttering could be a symptom of a dysexecutive syndrome – potentially caused by fronto-striatal dysregulations. This hypothesis alters the logopedic point of view regarding cluttering, because speech disturbances are in that case just a very few beside other symptoms. Likewise this hypothesis enlarges diagnostic and therapeutic capabilities, because there are numerous neuropsychological concepts available for treatment of dysexecutive syndromes.

 


Heidler, M.-D. (2013): Die Rolle des Kleinhirns für Sprechen, Sprache, Kognition und Affekt. Logos, 21, 197-204

 

Zusammenfassung: Das Zerebellum wird traditionell mit motorischen Kontrollfunktionen in Verbindung gebracht. Zahlreiche Studien zeigten in den letzten Jahren jedoch auch eine Beteiligung des Kleinhirns an vielen nichtmotorischen Leistungen, z. B. bei Exekutivfunktionen, bei der Sprachverarbeitung, beim verbalen Arbeitsgedächtnis, bei visuell-räumlichen Leistungen sowie bei der Regulation und Expression von Affekten. Bei der Behandlung von PatientInnen mit ataktischer Dysarthrie müssen solche kognitiv-affektiven Störungen berücksichtigt werden, da sie sich nachhaltig auf die Effektivität der Therapie auswirken können.

Abstract:The cerebellum is traditionally associated with motor control functions. Lately, however, numerous studies could identify its role in many non-motor functions, e.g., in executive functions, language processing, verbal working memory, visuo-spatial performance and in the regulation and expression of affective behaviour. In treating patients with ataxic dysarthria such cognitive and affective impairments have to be taken into consideration, because they can impact on the efficacy of speech therapy.

 


 

Heidler, M.-D. (2013): Affekt- und Kognitionsstörungen bei Dysarthrie oder: Warum sind eigentlich so viele Dysarthriepatienten therapieresistent? mitSPRACHE, 4, 27-41

 

Zusammenfassung: Dysarthrien sind meist keine isolierten Störungen, sondern nach Hirnschädigungen eingebettet in zahlreiche affektive und kognitive Störungen, die eine effektive Therapie erschweren. Dazu gehören neben Depression sowie pathologischem Lachen und Weinen vor allem gestörte Aufmerksamkeits-, Gedächtnis- und Exekutivfunktionen, die unter anderem zu einer verminderten Selbstwahrnehmung, einer beeinträchtigten Fähigkeit zum Merken und Umsetzen kompensatorischer Strategien und einer reduzierten Verhaltensregulation führen. Bei der Behandlung von Dysarthrien müssen solche affektiven und kognitiven Beeinträchtigungen berücksichtigt werden, da die Intaktheit dieser Funktionen Voraussetzung für eine effektive sprechmotorische Therapie ist.

 


 

 Heidler, M.-D. (2014): Neuropsychologische Störungen bei Patienten mit autoimmunen Enzephalitiden. Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie.

Pre-Publishing Online unter: http://www.kup.at/journals/neurologie/prepublishing.html

 

Zusammenfassung: Autoimmune Enzephalitiden sind die Folge zirkulierender Autoantikörper gegen intrazelluläre oder an der Zelloberfläche liegende Antigene neuro­naler Strukturen. Die Immunreaktion kann durch einen okkulten Tumor ausgelöst werden, der neuronale Antigene exprimiert (paraneoplastisch) oder ohne Anzeichen für einen Tumor (nichtparaneoplastisch). Die immunologische Reaktion führt zu Entzündungsreaktionen in verschiedenen Hirnarealen, beispielsweise im medio-temporalen Teil der limbischen grauen Substanz (limbische Enzephalitis), was zu zahlreichen kognitiven, affektiven und Verhaltensauffälligkeiten führt oder im Kleinhirn (subakute zerebelläre Degeneration), wo ein Verlust von Purkinje-Zellen ein zerebelläres kognitiv-affektives Syndrom verursachen kann. Während Patienten mit autoimmunen Enzephalitiden infolge von Antikörpern gegen Oberflächenantigene (z.B. Anti-NMDAR-Enzephalitis) relativ gut auf Immuntherapie ansprechen, haben Patienten mit Enzephalitiden durch Antikörper gegen intrazelluläre Antigene eine eher schlechte Prognose im Hinblick auf eine Remission kognitiver, affektiver und neurologischer Störungen.

Summary: Autoimmune encephalitis results from circulating auto antibodies against intracellular antigens or antigens in the cell membrane of neuronal structures. Immune reaction can be triggered by an occult tumor expressing neuronal antigens (paraneoplastic) or occur in the absence of cancer (non-paraneoplastic). It causes inflammatory damage of different brain regions, e.g. in the mediotemporal part of the limbic gray matter (limbic encephalitis) leading to different cognitive, affective and behavioral disorders. As well the cerebellum can be affected (subacute cebellar degeneration), and a loss of Purkinje cells can induce a cerebellar cognitive affective syndrome. Patients with autoimmune encephalitis due to antibodies against antigens in the cell membrane (such as anti-NMDAR encephalitis) respond well to immunotherapy, whereas patients with encephalitis due to antibodies against intracellular antigens have a poor prognosis concerning remission of cognitive, affective and neurologic impairments.

 


 

Heidler, M.-D., Salzwedel, A., Liero, H., Jöbges, M. & Völler, H. (2014):  Decannulation of critically ill patients after long-term mechanical ventilation – predictors from clinical routine data. Advances in Rehabilitation, 3 (28), 5-11

 

Abstract

Introduction: Variables predicting successful decannulation from a tracheotomy tube after long-term mechanical ventilation remain obscure.

Material and methods: To identify such predictors, data from 150 consecutive critically ill patients with a tracheotomy for the purpose of mechanical ventilation were analyzed retrospectively. Of the 150 tracheotomized patients who were admitted to a rehabilitation center, 103 were successfully decannulated. Items concerning socio-demographic data, indication for mechanical ventilation (neurologic, cardiologic, respiratory or gastro-intestinal disease), comorbidities, tracheotomy technique (dilatational vs. surgical), duration of mechanical ventilation, complications during weaning from tracheotomy tube, and also care dependency, alertness and the degree of aspiration at admission to the rehabilitation clinic were tested using a multiple logistic regression model.

Results: A successful decannulation was associated with no complications during decannulation procedure (OR 0.175, 95% CI; p=0.002), high alertness at the beginning of rehabilitation (OR 1.079, 95% CI; p=0.014), female gender (OR 0.338, 95% CI; p=0.031), a low number of comorbidities (OR 0.737, 95% CI; p=0.043), and dilatational tracheotomy (OR 2.375, 95% CI; p=0.054).

Conclusions: The identified predictor variables can be collected easily in the clinical routine. Except for complications during decannulation procedure all predictors can be assessed at admission with the result that a prediction of decannulation success is possible very early in clinical course.