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Dr. Maria-Dorothea Heidler

Diplom-Sprechwissenschaftlerin &

Fachtherapeutin für Kognitives Training

 


Postanschrift:

Dr. Maria-Dorothea Heidler

Brandenburg Klinik

Neurologisches Rehabilitationszentrum (NRZ-N1)

Johann-Strauß-Str. 4

16321 Bernau-Waldsiedlung

Email:heidler@brandenburgklinik.de

 

 


Vita

 

1991-1996: Studium der Sprechwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin (Institut für Rehabilitationswissenschaften)

seit 1996: Tätig als akademische Sprachtherapeutin in der neurologischen Abteilung der Brandenburg Klinik (Bernau-Waldsiedlung)

2004: Ausbildung zur "Fachtherapeutin für Kognitives Training" an der Akademie für Kognitives Training nach Dr. med. Franziska Stengel in Stuttgart

2005: Promotion zum Thema "Kognitive Dysphasien" an der Humboldt-Universität zu Berlin

2008: Gründungsmitglied der Communication Academy Berlin www.communication-academy.org

2012-2017: Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Rehabilitationswissenschaften an der Universität Potsdam

 

 

Heidler, M.-D. (2011): Dekanülierungsmanagement in der Frührehabilitation. Ein Plädoyer für mehr Risikobereitschaft. Forum Logopoädie, 3 (25), 22-25

 

Zusammenfassung: Sprachtherapeuten werden zunehmend mit Patienten konfrontiert, die mit einer geblockten Trachealkanüle (TK) versorgt sind. Die Nachteile solcher Kanülen sind so zahlreich, dass möglichst rasch eine Entwöhnung angestrebt werden sollte. Der hier vorgestellte Behandlungspfad beginnt mit sukzessiv steigenden Entblockungsphasen unter Aufsatz eines Sprechventils und mündet über eine längerwährende Dauerabstöpslung in die Dekanülierung. Eine gewisse Risikobereitschaft des Therapeuten ist vor allem während der ersten Entblockungsphasen erforderlich, da hier die Gefahr zur Entstehung einer Pneumonie am größten ist. Allerdings wird die Gefährdung häufig überschätzt, da auch eine korrekt geblockte TK den Patienten nicht sicher vor dem Tiefertritt von Aspirat schützt und somit auch unter Dauerblockung ein hohes Pneumonierisiko besteht. Daher: Mehr Mut zur Entblockung, da sich durch Abwarten und Dauerblocken weder Sensibilität noch Sekretsituation von selbst verbessern!

Abstract: Speech-language pathologists increasingly confronted with patients wearing a blocked tracheostomy tube. Disadvantages of such cannulas are so numerous that a rapid weaning is indicated. The clinical pathway presented here starts with gradual increasing phases of deblocking with pushing on a speaking valve and lead to decannulation via long-term occlusion of the tube. A certain willingness of speech-language pathologists is essential especially during the first phases in deblocking the tube, because at that time patients are most vulnerable for pneumonia. However, often the risk is overrated, because even a proper blocked tube is no protection against penetration of aspirated material so that the risk for pneumonia is high also with a permanent blocked cannula. That’s why: Show courage in deblocking tubes, because there will be no improvement of sensibility and secretion without deblocking while we sit tight and wait!

 


Heidler, M.-D. (2011): Einteilung, Diagnostik und Therapie von Demenzen und demenziell bedingten Sprachstörungen. Sprache – Stimme – Gehör, 35, 111-119

 

Zusammenfassung: „Demenz“ ist ein Sammelbegriff für zahlreiche verschiedene reversible und irreversible Erkrankungen mit unterschiedlichsten kognitiven Störungsprofilen. Sprachliche Leistungen sind direkt vor allem bei degenerativen kortikalen Demenzen wie der Primär Progressiven Aphasie (PPA), der Semantischen Demenz (SD) und der Logopenischen Progressiven Aphasie (LPA) betroffen. Bei anderen Demenzformen wie z.B. degenerativen subkortikalen oder vaskulären Demenzen werden Sprachverarbeitungsprozesse in ihrer Effizienz gemindert durch beeinträchtigte Exekutiv-, Aufmerksamkeits- und Gedächtnisfunktionen. Der folgende Beitrag soll einen Überblick geben zu Einteilungsmöglichkeiten und Symptomatik verschiedener Demenzformen sowie demenziell bedingter Sprachverarbeitungsstörungen. Es werden Hinweise gegeben zur Differenzialdiagnostik der „Sprachdemenzen“ untereinander und gegenüber Aphasien sowie zu therapeutischen Möglichkeiten: Während Patienten mit nicht-degenerativen Demenzen von einem symptomorientierten Training (SOT) profitieren können, ist bei Patienten mit degenerativen Demenzen ein umgekehrt-symptomorientiertes Training (USOT) indiziert.

Abstract: „Dementia“ is a collective term for a lot of different reversible and irreversible diseases with various cognitive disturbances. Language functions are affected especially in degenerative cortical dementias such as Primary Progressive Aphasia (PPA), Semantic Dementia (SD) and Logopenic Progressive Aphasia (LPA). In other forms as in degenerative subcortical or vascular dementias executive, attentional and mnemonic dysfunctions lower the efficiency of language processing. The following paper presents a general view of classification and symptoms of different forms of dementia and related language disorders. It will give helpful information for establishing a differential diagnosis among “language dementias” and in comparison with aphasias. In addition the article gives relevant links about treatment: patients with non-degenerative dementias can benefit from symptom-oriented training, whereas in patients with degenerative dementias an inverse symptom-oriented training is indicated.

 


Heidler, M.-D. (2011): Sprachstörungen bei Morbus Parkinson - aphasisch oder dysexekutiv? Sprache – Stimme – Gehör, 35, 157-163

Zusammenfassung: Patienten mit idiopathischem Parkinson-Syndrom zeigen eine Reihe sprachlicher Auffälligkeiten, die von Störungen im konfrontativen Benennen über semantische Paraphasien und eine reduzierte Wortflüssigkeit bis hin zu defizitären verbalen Arbeitsgedächtnisleistungen und einem gestörten Satzverständnis reichen. Zwar werden für einige sprachliche Störungen Defizite im semantischen Gedächtnis vermutet, hauptverursachend sind jedoch gestörte exekutive Leistungen, die aus einer Dysfunktion der dorsolateralen striato-präfrontalen Schleife und aus Unterbrechungen nicht-dopaminerger subkortiko-frontaler Systeme resultieren. Da die Basalganglien gemeinsam mit dem Frontalkortex für die Kontrolle zielgerichteten Verhaltens zuständig sind, zeigen sich bereits früh im Krankheitsverlauf exekutive Störungen, die negative Auswirkungen haben auf Sprachverarbeitungsprozesse. Zu diesen Störungen gehören beeinträchtigte Plausibilitätskontrollen, fehlende Korrekturen, Sprachantriebsstörungen, unzureichende Fokussierung von Gesprächspartnern und thematischer Progression, mangelhafte Inhibition irrelevanter Umweltreize, ungenügende Erfassung der Intentionen des Gesprächspartners sowie defizitäre strategische Abrufprozesse aus dem semantischen und episodischen Langzeitgedächtnis.

Abstract: Patients suffering from idiopathic Parkinson’s disease show many language difficulties such as deficits in confrontation naming, semantic paraphasias, reduced semantic and phonemic word fluency, deficient verbal working memory and impaired sentence comprehension.  Although for some language disturbances deficits in semantic memory are suspected, the most probable cause is dysfunction of executive processes resulting from a malfunction of dorsolateral striato-prefrontal circuits and disconnections between the non-dopaminergic subcortico-frontal systems. Because both the basal ganglia and the frontal cortex control goal-directed behaviour, executive dysfunctions appear in the early stages of the disease and have negative effects on language processing. Among these dysfunctions are impaired monitoring of plausibility, missing error correction, language drive disorder, insufficient focusing of interlocutor and of thematic progression, deficient inhibition of irrelevant environmental stimuli, insufficient conception of the interlocutor’s intentions and deficient strategic retrieval from semantic and episodic long-term memory.

 


Heidler, M.-D. (2011): Sprachliche und sprechmotorische Auffälligkeiten bei Patienten mit Delir. LOGOS Interdisziplinär, 19 (4), 264-275

 

Zusammenfassung: Delirante Syndrome sind keine spezifischen Hirnerkrankungen, sondern spiegeln ein „akutes Hirnversagen“ wider mit Störungen auf höchster Ebene der Kognition. Die Ursachen sind multifaktoriell und umfassen organische sowie nichtorganische Faktoren. Kernsymptome des Delirs sind vor allem Aufmerksamkeitsdefizite, die zahlreiche Auswirkungen haben auf sprachliche und sprechmotorische Leistungen. So zeigen sich bei der Form des hypoaktiven Delirs Logopenie, Hypophonie und eine reduzierte Artikulationsschärfe als Folge von eingeschränkter Aufmerksamkeitsintensität, während beim hyperaktiven Delir Inkohärenz, Hyperphonie und eine überhöhte Sprechgeschwindigkeit bestehen infolgegestörter Aufmerksamkeitsselektion. Ein Screening sprachlicher Leistungen (vor allem von Spontansprache, freiem Schreiben, Benennen und Sprachverständnisleistungen) sowie sprechmotorischer Auffälligkeiten (Veränderungen von Redefluss, Phonation, Prosodie und Artikulationspräzision) könnte die Diagnose „Delir“ stützen.

 Abstract: Delirious syndromes are no specific cerebral diseases, but reflect an “acute brain failure” including deficits at the highest level of cognition. Causes are multifactorially and comprise physical as well as non-physical factors. 

Core symptoms of delirium are above all attentional deficits which lead to various impairments in language and speech motor functions. In the hypoactive subtype patients offer logopenia, hypophonia and a diminished acuity of articulation as a result of reduced attentional intensity. In the hyperactive subtype of delirium patients show incoherence, hyperphonia and excessive speech rate due to disturbed attentional selection. A screening of language functions (particularly of spontaneous speech and writing, naming and speech comprehension) as well as a screening of speech motor functions (mutations in oral fluency, phonation, prosody and articulation) could uphold the diagnosis “delirium”.

 


 Heidler, M.-D. (2012): Arbeitsgedächtnisleistungen bei gesunden Älteren. Neurogeriatrie, 9 (1), 3-9

 

Zusammenfassung: Die Biologie ist keine Freundin des Alters, denn zahlreiche kognitive Prozesse verlangsamen undverschlechtern sich. Dazu gehören Aufmerksamkeits-, Arbeitsgedächtnis- und Exekutivfunktionen,die als fluide Intelligenzleistungen bezeichnet werden – im Gegensatz zu kristallinen Leistungenwie Langzeitgedächtnis-Wissen, welches auch im Alter stabil bleibt und noch anwachsenkann. Im Folgenden soll ein Überblick über Theorien zur kognitiven Alterung unter besondererBerücksichtigung der Arbeitsgedächtnisleistung gesunder Älterer skizziert werden.

 

 


Heidler, M.-D. (2012): Die Auswirkungen von Frontalhirnläsionen auf Sprachverarbeitungsprozesse – Ein Überblick. Sprache – Stimme – Gehör, 36, 87-93

Zusammenfassung: Läsionen des Frontalhirns führen zu zahlreichen Defiziten in der Regulation und Kontrolle verbaler Handlungen und bei der dynamischen Integration innerer und äußerer Zustände während kommunikativer Akte. In Abhängigkeit vom Läsionsort zeigen sich unterschiedliche Auswirkungen auf Sprachverarbeitungsprozesse: Läsionen des präfrontalen Kortex führen zu Beeinträchtigungen im verbalen Arbeitsgedächtnis, in der Kontextverarbeitung, im Sprachantrieb, im strategischen Wortabruf, bei pragmatischen Fähigkeiten und im Planen, Initiieren, Sequenzieren, Organisieren und Überwachen sprachlicher Handlungen. Läsionen des prämotorischen Kortex zu transkortikal-motorischen bzw. frontalen dynamischen Aphasien, akinetischem Mutismus, frontaler Dysgraphie und gestörten prosodischen Fähigkeiten, Läsionen des anterioren zingulären Kortex zu Konfabulationen und Läsionen des primär-motorischen Kortex zur frontalen Dysarthrie und zu Störungen in der koordinierten Bewegung von Extremitäten, Gesicht und Larynx.

Abstract: Lesions of the frontal lobe lead to numerous deficits in regulation and monitoring of verbal actions and in dynamic integration of internal and external conditions during communication. Depending on the location of lesions there are different impacts on speech processing: Lesions of prefrontal cortex lead to disturbances in verbal working memory, in the processing of contextual information, in speech drive, in strategic retrieval of words, in pragmatic abilities and in planning, initiating, sequencing, organizing and monitoring of verbal actions. Lesions of premotor cortex lead to transcortical or frontal dynamic aphasia, akinetic mutism, frontal lobe dysgraphia and disturbed prosodic abilities, lesions of the anterior cingulate cortex lead to confabulations and lesions of the primary motor cortex lead to frontal lobe dysarthria and disturb the coordinated movements of limbs, face and larynx.

 


Heidler, M.-D. (2012): Uhrentest bei Patienten mit schwerer Aphasie. Nervenheilkunde, 31, 837-843

 

Zusammenfassung:Fragestellung: Welche Leistungen zeigen Patienten mit schwerer Aphasie im Uhrentest?

Methoden: 10 Patienten mit schwerer Aphasie sollten zwei Modi des Uhrentests bewältigen: 1) eine vorgegebene Uhr kopieren (Copy condition) und 2) eine Uhr stellen durch Einzeichnen der Zeiger, wobei eine vorgegebene digitale Uhrzeit (11:10) in eine analoge Uhrzeit umgewandelt werden musste (Time setting condition). Ergebnisse: Kein Patient mit schwerer Aphasie konnte die beiden Uhrentestmodi zufriedenstellend bewältigen. Sowohl beim Kopieren als auch bei der Zeiteinstellung zeigten sich bei allen Patienten massive Schwierigkeiten exekutiver, konzeptueller, motorischer, visuospatialer und apraktischer Art, so dass die Sprachsystemstörung nur eine unter vielen Einflussfaktoren war. Schlussfolgerungen und klinische Relevanz: Der Uhrentest erfasst und erfordert für seine Durchführung so viele verschiedene kognitive, motorische und perzeptuelle Leistungen, dass er nicht hinreichend zwischen Patienten mit schwerer Aphasie und anderen schweren hirnorganischen Schädigungen differenzieren kann.

Summary: Objective: How do patients with severe aphasia perform in the clock test? Methods: 10 patients with severe aphasia performed the clock test in two modes: 1) copy a given clock (copy condition) and 2) set a clock by drawing the clock hands, where a given digital display (11:10) should be transformed into an analogue display (time setting condition). Results: Not a single patient with severe aphasia was able to master any mode of the clock test. Both copy and time conditions were severely impaired by executive, conceptual, motoric visuospatial and apraxic disorders – impairments of language system were only one of numerous influencing factors. Conclusions and clinical relevance: The clock test measures and requires for its execution so many different cognitive, motoric and perceptual functions that it cannot adequately differentiate between patients with severe aphasia and other severe brain damage.